Fledermäuse haben ihr schlechtes Image vor allem dem christlichen Mittelalter zu verdanken. Während man sich Engel mit gefiederten Schwingen vorstellte, glaubte das Volk, Dämonen hätten Flughäute wie Fledermäuse.
Schließlich schienen diese fliegenden Säugetiere auch gegen die göttliche Ordnung zu verstoßen, mit ihrer Angewohnheit, in der Nacht zu jagen und am Tag zu schlafen – und das auch noch mit dem Kopf nach unten hängend. Ihre Fähigkeit, bei völliger Dunkelheit auf Beutefang zu gehen, nährte die Annahme, die Tiere besäßen widernatürliche Kräfte. Viele Fledermäuse mussten deshalb ihr Leben lassen und wurden zu Zaubermitteln eingekocht, als Schutz gegen schwarze Magie an Türen genagelt oder als Boten des Teufels gejagt. Wie anders erging es da ihren Artgenossen in China, die dort als Glücksbringer verehrt wurden.